Silbermond - Himmel auf

Einmal zu oft in die Poptrickkiste gegriffen. (5/12)

Das Album Himmel auf beginnt sauber, strukturiert und mit geordneten Klängen. Man kann unter einem poppigen Mantel noch Klavier, Gitarre, Bass und Schlagzeug auseinander halten. Mit voranschreitender Titelnummer wird es jedoch immer breiiger. Der Großteil des Albums besteht aus guten Texten mit sehr guten Phrasen die jedoch unter einem Mantel von kurzen, sehr schnellen oft hohen Tönen verschwinden. „geh mir auf den Grund, geh mir unter die Haut.“ Der Opener Unter der Oberfläche verspricht Distanzlosigkeit und widerspricht den ganzen Echo, Hall und ohohoh Elementen, die verschlossen und weit weg wirken.

Himmel auf trägt eventuell noch das größte Silbermond-Gefühl, was eine klare Erwartung an die Scheibe ist. Es ist sehr Radio tauglich und wäre damit auf den alten Alben einer der schwächeren Tracks. Wofür ist ein weiterer starker Song, der sich ebenfalls am Anfang der Platte befindet. „Warum schlägt dein Herz… wer prägt deinen Plan vom Glück?… wofür bist du hier?“ die obligatorische rhetorische Fragen Nummer. Jedoch passt es zur Band und dem Silbermondhörer. „wer bettet deine Fehler weicher als du es verdienst?“ Das Lied beherbergt außerdem eine starke kraftvolle Bridge, während es phasenweise fast diskotauglich wirkt. Natürlich dürfen nicht die politisch korrekten Lieder fehlen. Mit Weiße Fahnen und Waffen gibt es gleich zwei, mit wahren grandiosen Aussagen. In beiden Extremen, einmal leise, träumerisch und auf der emotionalen Ebene Angelegt. Das zweite dagegen Kraftvoll und mit waren guten Aussagen. Musikalisch sind beide keine Glanzleistungen.

Lieder die das Album füllen, immer wieder gute Aussagen haben, aber einfach durch die Fülle der Elektronik so anstrengend gestaltet sind gibt es leider genug auf dem Album: Teil von mir, Irgendwo in der Mitte, Für dich schlägt mein Herz, Gegen, Es geht weiter, Das Gute gewinnt.

Motivation und eine beginnende Mitlifecrises ist scheinbar zentrales Thema. Ans Meer ist grandios kraftvoll umgesetzt. Der Text schafft es das Gefühl von kühlem stechenden Wind zu vermitteln. Fehlt nur noch das Herzstück des Albums. Die Ballade. Ja wird bestimmt auf jeder fünften Hochzeit gespielt. Allerdings ist das Lied wirklich gut. Durch das rauschen, hat es gleich zu Beginn was gefühlvoll Benebelndes und baut wirklich eine drückende Spannung auf. Der Text ist eine adressatenlose Liebeserklärung. Das Schlagzeug ist besonders gefühlvoll und dann wieder Kraftvoll, erinnert damit ein wenig als die Ballade Unendlich (Album: Laut Gedacht). Die Ballade ist das 5. Lied auf dem Album und stellt genau den Bruch da. Ab Lied Sechs wird es sehr popig elektrisch und vielschichtig schwammig. Ab und an macht es den Anschein natürlicher zu werden, doch meist scheint diese Hoffnung mit dem ersten Refrain ausgelöscht.

Anspieltipp

Ans Meer



Tracklist:

1) Unter die Oberfläche: 5/12

2) Gegen: 4/12

3) Himmel auf: 6/12

4) Wofür: 7/12

5) Ja: 10/12

6) Teil von mir: 6/12

7) Irgendwo in der Mitte: 2/12

8) F&uum;r Dich schlägt mein Her: 4/12

9) Weiße Fahnen: 5/12

10) Ans Meer: 7/12

11) Es geht weiter: 4/12

12) Waffen: 5/12

13) Du fehlst hier: 7/12

14) Das Gute gewinnt: 7/12