Avenged Sevenfold - Nightmare

Auch ein grandioser Anfang endet. (7/12)

Nightmare wird eröffnet durch ein typisches Avenged Sevenfold Werk: langes Intro, akzentuiertes Schlagzeug, darüber eine gleitende aber verzerrte Gitarre, starke Mitte mit eingängigem Refrain, übereinandergelegte Stimmen, die solide an Grenzen gehen.

Was will man mehr? Ein perfektes erstes Lied was hungrig auf mehr macht. Und das folgt auch schon mit „Welcome to the Family“ – ein Brett! Mit starken Strophen und einem dahindudelden Refrain. Während zu beginn noch Gitarre und Schlagzeug auf Augenhöhe agieren wird spätestens im Solo klar, James „The Rev“ Sullivan (RIP) gibt hierbei den Ton an.

Dieses Wechselspiel zieht sich weiter durch das Album. Auch im folgenden Lied „Danger Line“ rennt die Gitarre klar dem Schlagzeug davon. Folglich beide zusammen dem Gesang – es wird eine unglaubliche Spannung aufgebaut und diese erwartungstreu wieder zusammengefasst.

Leider waren das auch die meisten stärken des Albums. Die folgenden Lieder kommen solide daher, überraschen nicht groß und sind textlich recht düster. Akustische Gitarren werden wundervoll mit eingebracht. In „Tonight The World Dies“ passt der kraftvolle Gesang super zu der Gitarrenmelodie, die eine schön eingesetzte Dissonanz enthält. Der Text wird musikalisch gut umgesetzt. Hervorzuheben ist auch die Bridge in „God Hates Us“. Allgemein ein sehr starker Song, der den Bezug zum Album klarer herstellt.

Allgemein ist die Platte sehr komplex. Schlagzeug und Gitarre spielen so unglaublich gut zusammen und dann wieder scheinbar gegeneinander. Es ist unmöglich still zu halten, maximal aus Faszination und dann wieder aus dem Drang genauer auf Details zu hören. Denn davon bietet Nightmare unglaublich viele: Es ist nicht überraschend für Avenged Sevenfold solch eine Scheibe zu schreiben, aber die Lieder an sich haben viel zu bieten, da man nie erahnen kann was als nächstes kommt (Double Bass des Schlagzeuges, oder hohes Solo der Gitarre, Gesang mit Backgroundstimmen, Pfeifen, Akustik Gitarren,…).

Vorn stark hinten solide. Nightmare überzeugt mit Komplexität und Virtuosität.

Anspieltipp

God Hates Us



Tracklist:

1) Nightmare: 10/12

2) Welcome To The Family: 11/12

3) Danger Line: 8/12

4) Buried Alive: 4/12

5) Natural Born Killer: 6/12

6) So Far Away: 4/12

7) God Hates Us: 7/12

8) Victim: 5/12

9) Tongiht The World Dies: 7/12

10) Fiction: 3/12