Alexa Feser - Gold von Morgen

Katzengold (4/12)

Alexa Feser singt unglaublich persönlich und kommt dennoch nicht auf den Punkt. Ihre sprachlichen Bilder wanken zwischen zitierfähig und Fragezeichen.

Man muss sich auf die 36jähige einlassen und viel ohohoh ertragen. Wen das schon auf Platte stört, der sollte Sie live meiden.

Mehr als ein Lied lockt den Hörer. Klar gesungen mit einer tiefen Frauenstimme die in den Höhen leicht dröhnt. Die Strophen sind nicht greifbar, allerdings wirkt es wirklich sehr gefühlvoll, sodass Alexa dadurch im Ohr bleibt.

Ab und an werden die Lieder trotz eines dominanten Klaviers in ein Radiotaugliches Popgewand gehüllt. Es beißt sich mit Ihrer Stimme. Glück und Stadt ohne Skyline leiden sehr unter dieser Gestaltung. Auch wenn Stadt ohne Skyline gute Worthülsen enhält: „Am Anfang war es Wahnsinn, das Resultat ist Brillianz.“

Lieder wie Dezemberkind und Wir sind hier haben fast Ohrwurmcharakter. Das Klavier übernimmt die Rolle des Bass und dem Schlagzeug wird hierbei Raum gelassen.

Weiß erzählt eine Geschichte, die man nicht beschreiben kann, sondern auf die man sich einlassen muss: „Ich seh auf die Straßen, als ob ich nicht weiß, du kommst nicht zurück. Und sie wartet in weiß.“ Das Lied ist traurig und baut den Rahmen für die anderen Lieder. Da wurde jemand verletzt. Elf Lieder sind dann auch genug. Das Album ist schwach und monoton. Einzelne Zitate ziehen doch den Fokus so manches Mädchenherzens auf sich.

„Du spielst auf Zeit und Zeit gewinnt.“ (Das Gold von Morgen).

Die Akustik/Piano – Versionen, die dem Album beiliegen sind deutlich stärker als die Stücke mit Band.

Lieder die man leider nicht ernst nehmen kann beherbergt das Album allerdings auch: Ich bleibe, Held, Peter Pan und Glück sind deutlich schwächer als der Rest des Albums.

Instrumentale stille steht der starken und irgendwie schönen Stimme von Alexa Feser weitaus besser. Auch brauchen die Lieder nicht so viel ohohoh und uhuhuh, weil es den doch starken Worten die Ernsthaftigkeit nimmt.

Kurz gesagt: Schwaches Gedudel, dem der moderne Popmantel zu groß ist.

Anspieltipp

Wir sind hier, Stadt ohne Skyline



Tracklist:

1) Mehr als Lied: 7/12

2) Glück: 2/12

3) Wir sind hier: 8/12

4) Dezemberkind: 5/12

5) Peter Pan: 1/12

6) Vom Suchen und Finden: 6/12

7) Stadt ohne Skyline: 3/12

8) Ich bleibe: 2/12

9) Weiß: 7/12

10) Held: 1/12

11) Das Gold von Morgen: 5/12